  Linux XFree86 HOWTO
  von Matt Welsh (mdw@sunsite.unc.edu) und Dirk Knabe 
  (knabe@fh-dortmund.de)
  v1.0, 13. Dezember 1996

  Dieses Dokument beschreibt den Bezug, die Installation und die Konfi
  guration von XFree86 in der Version 3.1.1, ein X-Window-System fr
  Linux-Rechner. Es stellt eine schrittweise Einfhrung in die Konfigu
  ration von XFree86 dar.

  1.  Vorwort

  Dieses HOWTO stellt die deutsche bersetzung des englischsprachigen
  Dokuments: The Linux XFree86 HOWTO, Version 3.0 vom 15. Mrz 1995 von
  Matt Welsh dar.

  Zur Zeit der bersetzung war bereits die Version 3.1.2 von XFree86 fr
  Linux-Systeme aktuell, jedoch bezieht sich die deutsche Ausgabe auf
  den Originaltext von Matt Welsh und somit auf die Version 3.1.1 von
  XFree86. Die Neuerungen, die die aktuelle Version von XFree86 mit sich
  bringt, beziehen sich jedoch nicht auf die zu erstellende
  Konfigurationsdatei XF86Config des X-Window-Systems, so da die
  Anleitungen und Beispiele aus diesem Dokument auch fr die neuere
  Version 3.1.2 gltig sind.

  Bei der bersetzung sind anstelle der englischen Fachausdrcke die
  entsprechenden deutschen Begriffe gewhlt worden, wie z. B. Bildpunkt
  fr pixel.  Bei den Beispielen zur Konfiguration in diesem Dokument
  ist dagegen auf eine bersetzung verzichtet worden, um der Forderung
  Nachdruck zu verleihen, da in der Konfigurationsdatei zu XFree86 nur
  englische Begriffe fr die Spezifikation der zu benutzenden Hardware
  verwendet werden drfen und nicht deren deutsche Pendants, wie z. B.
  Section "Files" und nicht Sektion "Dateien". Bei Begriffen, die
  mittlerweile "eingedeutscht" sind oder sich "verselbstndigt" haben,
  ist der englische Fachausdruck beibehalten worden, wie z. B. bei
  Server.

  Fragen, Bemerkungen und/oder Anregungen zu diesem HOWTO richten Sie
  bitte per Email an:

  knabe@fh-dortmund.de

  2.  Einleitung

  Das X-Window-System ist eine groe und mchtige, manchmal auch
  komplexe, graphische Benutzeroberflche fr UNIX-Systeme. Ursprnglich
  ist es am MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickelt
  worden. Kommerzielle Interessen haben es zum Indutriestandard fr
  UNIX-Plattformen gemacht.  Praktisch luft weltweit auf jeder UNIX-
  Workstation irgendeine Variante des X-Window-Systems.

  Eine freie Implementierung des MIT-X-Window-Systems in der Version 11,
  Release 6 (kurz: X11R6 genannt) fr 80386/80486/Pentium-Rechner ist
  von einer Reihe von Programmierern, ursprnglich geleitet von David
  Wexelblat (dwex@XFree86.org), entwickelt worden. Eine Version, bekannt
  als XFree86, ist fr das System V/386, 386BSD und andere x86-UNIX-
  Implementationen, einschlielich Linux, verfgbar. Es enthlt alle
  erforderlichen Programme, Konfigurationsdateien, Bibliotheken sowie
  diverse Hilfsprogramme.

  Dieses Dokument gibt eine schrittweise Anleitung, wie XFree86 fr
  Linux installiert und konfiguriert wird. Zustzlich sollte die
  jeweilige Dokumentation der entsprechenden XFree86-Version zu Rate
  gezogen werden. Sie wird im weiteren Verlauf des Textes an den
  entsprechenden Stellen benannt.  Dieses HOWTO versteht sich nicht als
  Benutzeranleitung und auch nicht als Anleitung fr die individuelle
  Gestaltung des X-Window-Systems. Zu diesem Zweck sollte man auf eines
  der vielen guten X-Window-Benutzerhandbcher zurckgreifen.

  3.  Hardwarevoraussetzungen

  Die XFree86-Version 3.1.1, erschienen im Februar 1995, untersttzt die
  weiter unten aufgefhrten Videochipstze. Die der Grafikkarte
  beiliegende Dokumentation sollte Informationen ber den verwendeten
  Chipsatz enthalten. Beim Kauf einer neuen Grafikkarte bzw. eines neuen
  Rechners sollte man den Hndler nach dem exakten Namen, Modell und
  Chipsatz der Karte fragen. Falls er sich mit der Antwort "rettet", es
  handle sich um eine "Standard-SVGA-Karte", erklre man ihm, da die zu
  verwendende Software nicht alle Videochipstze untersttze und man
  daher detailierte Informationen bentige. Dies macht es eventuell
  erforderlich, da der Hndler den technischen Support des Herstellers
  der entsprechenden Grafikkarte kontaktiert - im allgemeinen wird er
  sich "freuen", dies zu tun.

  Mit Hilfe des Programms SuperProbe, Bestandteil der XFree86
  Distribution, lt sich der Chipsatz der Grafikkarte bestimmen. Dieser
  Vorgang wird weiter unten behandelt.

  Folgende Standard-SVGA-Chipstze werden untersttzt:

    Tseng ET3000, ET4000AX, ET4000/W32

    Western Digital/Paradise PVGA1

    Western Digital WD90C00, WD90C10, WD90C11, WD90C24, WD90C30,
     WD90C31, WD90C33

    Genoa GVGA

    Trident TVGA8800CS, TVGA8900B, TVGA8900C, TVGA8900CL, TVGA9000,
     TVGA9000i, TVGA9100B, TVGA9200CX, TVGA9320, TVGA9400CX, TVGA9420

    ATI 18800, 18800-1, 28800-2, 28800-4, 28800-5, 28800-6, 68800-3,
     68800-6, 68800AX, 68800LX, 88800

    NCR 77C22, 77C22E, 77C22E+

    Cirrus Logic CLGD5420, CLGD5422, CLGD5424, CLGD5426, CLGD5428,
     CLGD5429, CLGD5430, CLGD5434, CLGD6205, CLGD6215, CLGD6225,
     CLGD6235, CLGD6420

    Compaq AVGA

    OAK OTI067, OTI077

    Avance Logic AL2101

    MX MX68000, MX680010

    Video 7/Headland Technologies HT216-32

  XFree86 untersttzt die nachfolgend aufgefhrten, beschleunigten SVGA-
  Grafikkarten:

    8514/A (und Kompatible)

    ATI Mach8, Mach32

    Cirrus CLGD5420, CLGD5422, CLGD5424, CLGD5426, CLGD5428, CLGD5429,
     CLGD5430, CLGD5434, CLGD6205, CLGD6215, CLGD6225, CLGD6235

    S3 86C911, 86C924, 86C801, 86C805, 86C805i, 86C928, 86C864, 86C964

    Western Digital WD90C31, WD90C33

    Weitek P9000

    IIT AGX-014, AGX-015, AGX-016

    Tseng ET4000/W32, ET4000/W32i, ET4000/W32p

  Grafikkarten mit den oben aufgefhrten Chipstzen werden von allen
  gngigen Bustypen untersttzt, einschlielich VLB und PCI.

  Die Grafikkarten untersttzen sowohl den 256-Farb- als auch den
  Monochrom-Modus. Ausnahme bilden hier die Avance Logic-, MX- und
  Video7-Chipstze, die nur im 256-Farb-Modus betrieben werden knnen.
  Viele der oben genannten Grafikkarten knnen, falls sie mit gengend
  DRAM ausgestattet sind, 16 und 32 Bits je Bildpunkt untersttzen
  (insbesondere einige Mach32-, P9000-, S3- und Cirrus- Karten). Die
  Standardkonfiguration betrgt 8 Bits je Bildpunkt. Das entspricht dem
  256-Farb-Modus.

  Der Monochrom-Server untersttzt auch generische VGA-Grafikkarten, die
  Hercules-Monochromkarte, die Hyundai HGC1280, die Sigma Laserview und
  die Apollo-Monochromkarte. Nur 64 kB Videospeicher werden bei der
  Compaq AVGA untersttzt, und die FVGA ist noch nicht mit mehr als 64
  kB getestet worden.

  Diese Liste wird zweifellos im Laufe der Zeit anwachsen. Die
  Dokumentation der gegenwrtig aktuellen Version von XFree86 sollte
  jeweils die komplette Liste aller untersttzten Videochipstze
  enthalten.

  Ein Problem, dem die XFree-Entwickler gegenberstehen, ist, da einige
  Grafikkartenhersteller keine Standardmechanismen zur Bestimmung der
  Bildpunkt-Taktfrequenz, mit der die Grafikkarte betrieben wird,
  benutzen.  Einige dieser Firmen geben die Spezifikationen fr die
  Programmierung der Grafikkarte nicht frei, oder sie belegen die Karte
  mit einem besonderen Schutz, der verhindert, da diese Informationen
  ausgelesen werden knnen. Dies steht dem Gedanken der freien
  Verteilung bzw. Verbreitung der XFree86-Software offensichtlich
  entgegen, und das XFree86-Entwicklerteam ist daher nicht bereit,
  diesen Zustand zu untersttzen. Die Firma Diamond, zum Beispiel,
  begann erst mit der Version 3.1 von XFree86 die Zusammenarbeit mit dem
  Entwicklerteam fr die Erstellung von frei verfgbaren Treibern fr
  ihre Grafikkarten.

  Eine empfohlene Hardwareausstattung, um XFree86 unter Linux zu
  betreiben, ist ein 486-PC mit mindestens 8 MB RAM und eine Grafikkarte
  mit einem der oben aufgefhrten Chipstze. Fr eine optimale Leistung
  ist eine beschleunigte Grafikkarte erforderlich, wie z. B. eine Karte
  mit einem S3-Chipsatz.  Bevor eine teure Grafikkarte gekauft wird,
  sollte man sich in der XFree86-Dokumentation davon berzeugen, ob sie
  auch untersttzt wird. Benchmark-Tests zu den verschiedenen
  Grafikkarten unter XFree86 finden sich regelig in den Newsgruppen:
  comp.windows.x.i386unix und de.comp.os.linux.x.

  Nebenbei bemerkt, mein Linux-System besteht aus einem PC 486DX2-66,
  bestckt mit 20 MB RAM und einer Grafikkarte mit S3-864-Chipsatz und 2
  MB DRAM.  X-Benchmark-Tests sind sowohl auf dieser Maschine als auch
  auf einer Sun Sparc-IPX-Workstation durchgefhrt worden. Das Linux-
  System ist ungefhr um den Faktor 7 schneller als der Sun-Rechner.
  Merkwrdigerweise luft XFree86-3.1 unter Linux bei der oben genannten
  Grafikkarte mit ungefhr 171.000 xstones, die Sun Sparc-IPX-
  Workstation mit ungefhr 24.000 xstones. Im allgemeinen ist XFree86
  auf einem Linux-Rechner mit einer beschleunigten SVGA-Karte
  leistungsfhiger als eine kommerzielle UNIX-Workstation.

  Mindestens 4 MB physikalischer Speicher und 16 MB virtueller Speicher
  (z. B. 8 MB fr den physikalischen Bereich und 8 MB fr den
  Swapbereich) werden zum Betreiben von XFree86 bentigt. Man beachte,
  da mehr physikalischer Speicher ein Ein- und Auslagern von
  Speicherbereichen auf die bzw. von der Festplatte verhindern, wenn der
  Hauptspeicher des Systems knapp wird. Da der mit dem Swappen
  verbundene Zugriff auf die Festplatte deutlich langsamer ist als der
  Zugriff auf den Hauptspeicher, werden fr ein komfortables Arbeiten
  mit XFree86 mindestens 8 MB oder mehr RAM empfohlen. Ein System mit
  nur 4 MB RAM kann bis zu dem Faktor 10 langsamer sein als eines mit 8
  MB oder mehr.

  4.  Installation von XFree86

  Die Linux-Distribution von XFree86 kann von diversen FTP-Servern
  bezogen werden.  Auf dem Server sunsite.unc.edu befindet sich die
  Distribution in dem Verzeichnis /pub/Linux/X11. Zur Zeit der
  Erstellung dieses Dokuments (von Matt Welsh) lautet die aktuelle
  Version von XFree86 3.1.1; neuere Versionen werden regelmig folgen.

  Bei den gngigen Linux-Distributionen ist XFree86 bereits mit
  enthalten, so da der Bezug von einem FTP-Server entfllt.

  Falls XFree86 doch direkt von einem FTP-Server geladen werden soll,
  listet die nachfolgende Tabelle alle in der XFree86-Distribution
  enthaltenen Dateien auf.

  Einer der folgenden Server ist erforderlich:

     XF86-3.1.1-8514.tar.gz
        Server fr die 8514-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-AGX.tar.gz
        Server fr die AGX-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-Mach32.tar.gz
        Server fr die Mach32-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-Mach8.tar.gz
        Server fr die Mach8-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-Mono.tar.gz
        Server fr die Monochrom-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-P9000.tar.gz
        Server fr die P9000-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-S3.tar.gz
        Server fr die S3-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-SVGA.tar.gz
        Server fr die Super-VGA-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-VGA16.tar.gz
        Server fr die VGA/EGA-Grafikkarte.

     XF86-3.1.1-W32.tar.gz
        Server fr die ET4000/W32-Grafikkarte.

  Alle nachfolgenden Dateien sind erforderlich:

     XF86-3.1.1-bin.tar.gz
        Rest der XFree86-Programme.

     XF86-3.1.1-cfg.tar.gz
        Konfigurationsdateien fr xdm, xinit und fs.

     XF86-3.1.1-doc.tar.gz
        Dokumentation und Manual-Seiten.

     XF86-3.1.1-inc.tar.gz
        Include-Dateien.

     XF86-3.1.1-lib.tar.gz
        Shared-X-Bibliotheken und Support-Dateien.

     XF86-3.1-fnt.tar.gz
        Basis-Schriftarten.

  Die folgenden Dateien sind wahlfrei:

     XF86-3.1-ctrb.tar.gz
        Ausgewhlte Contrib-Dateien.

     XF86-3.1-extra.tar.gz
        Extra XFree86-Server und Programme.

     XF86-3.1-lkit.tar.gz
        Server-Werkzeug fr benutzerdefinierte Einstellungen.

     XF86-3.1-fnt75.tar.gz
        75-dpi-Bildschirmschriftarten.

     XF86-3.1-fnt100.tar.gz
        100-dpi-Bildschirmschriftarten.

     XF86-3.1-fntbig.tar.gz
        Groe Kanji- und andere Schriftarten.

     XF86-3.1-fntscl.tar.gz
        Skalierte Schriftarten (Speedo, Type1).

     XF86-3.1-man.tar.gz
        Manual-Seiten.
     XF86-3.1-pex.tar.gz
        PEX-Programme, Include-Dateien und Bibliotheken.

     XF86-3.1-slib.tar.gz
        Statische X-Bibliotheken und Support-Dateien.

     XF86-3.1-usrbin.tar.gz
        Dmonen in /usr/bin.

     XF86-3.1-xdmshdw.tar.gz
        Shadow-Pawort-Version von xdm.

  Das XFree86-Verzeichnis enthlt README-Dateien und
  Installationshinweise der jeweiligen aktuellen Version.

  Fr die Installation von XFree86 mu das Verzeichnis /usr/X11R6 unter
  dem Benutzer root erstellt und anschlieend mssen alle oben
  ausgewhlten Dateien von dem Katalog /usr/X11R6 mit dem Kommando:

       gzip -dc XF86-3.1.1-bin.tar.gz | tar xfB -

  ausgepackt (entkomprimiert und -archiviert) werden.

  Man beachte, da alle Archive (Tar-Dateien) relativ zum Verzeichnis
  /usr/X11R6 gepackt sind. Daher ist es erforderlich, sie aus diesem
  Verzeichnis heraus auszupacken.

  Nach dem Entpacken der Dateien mu ein Link von der Datei
  /usr/X11R6/bin/X zu dem verwendeten Server erstellt werden. Soll z. B.
  der SVGA-Server benutzt werden, so wird /usr/bin/X11/X an
  /usr/X11R6/bin/XF86_SVGA gelinkt. Falls dagegen der Monochrom-Server
  verwendet werden soll, mu die Datei mit dem Kommando:

       ln -sf /usr/X11R6/bin/XF86_MONO /usr/X11R6/bin/X

  an XF86_MONO gelinkt werden.

  Entsprechendes gilt bei der Verwendung eines anderen Servers.

  Falls Unklarheit ber den verwendeten Server bzw. ber den Chipsatz
  der Grafikkarte besteht, kann hier das Programm SuperProbe
  weiterhelfen.  Es befindet sich in dem Verzeichnis /usr/X11R6/bin und
  bestimmt den Chipsatz der Grafikkarte und andere wichtige
  Informationen, die fr eine sptere Referenz notiert werden sollten.

  Als nchster Schritt mu /usr/X11R6/bin im Pfad enthalten sein. Dazu
  kann, je nach der verwendeten Shell, die Systemdatei /etc/profile oder
  /etc/csh.login ediert werden, oder es wird einfach das Verzeichnis dem
  persnlichen Pfad beigefgt, indem die Datei /etc/.bashrc bei
  Benutzung der Bash-Shell oder /etc/.cshrc bei der Benutzung der C-
  Shell modifiziert wird.

  Weiterhin mu sichergestellt werden, da der Laufzeit-Binder ld.so das
  Verzeichnis /usr/X11R6/lib lokalisieren kann. Hierzu wird die Zeile:

       /usr/X11R6/lib

  der Datei /etc/ld.so.conf hinzugefgt und anschlieend als Benutzer
  root das Programm /sbin/ldconfig gestartet.

  5.  Konfiguration von XFree86

  Das Einrichten von XFree86 ist in den meisten Fllen unproblematisch.
  Bei der Verwendung von Hardware, deren Treiber sich noch in der
  Entwicklung befinden oder beim Wunsch, die beste Leistung bzw.
  Auflsung mit einer beschleunigten Grafikkarte zu erzielen, kann sich
  die Konfiguration von XFree86 als sehr zeitaufwendig gestalten.

  Dieses Kapitel beschreibt die Erstellung und Bearbeitung der Datei
  XF86Config, die den XFree86-Server konfiguriert. In den meisten Fllen
  hat es sich bewhrt, mit einer Basiskonfiguration fr XFree86 zu
  starten, die eine Standardauflsung von 640x480 Bildpunkten einstellt
  und von fast allen Grafikkarten und Monitoren untersttzt wird.
  Arbeitet XFree86 erst einmal mit einer Standardauflsung, so kann nun
  die Konfiguration erweitert werden, um smtliche Fhigkeiten der
  Videohardware auszunutzen. Die Idee, die sich dahinter verbirgt, ist
  die, da man wissen mchte, ob XFree86 berhaupt auf dem System
  funktioniert und ob die Installation auch nicht fehlerhaft ist, bevor
  die manchmal etwas schwierige Arbeit versucht wird, XFree86 fr die
  eigentliche Nutzung einzurichten.

  Zustzlich zu den hier angegebenen Informationen sollten die folgenden
  Dokumente gelesen werden:

    Die XFree86-Dokumentation.  Sie befindet sich in dem Paket
     XFree86-3.1-doc und liegt in dem Verzeichnis
     /usr/X11R6/lib/X11/doc.

    Das XFree86-Tutorial.  Es befindet sich in der Datei README.Config.

    Videochipsatz-Informationen.  Zu mehreren Chipstzen existieren
     eigene README-Dateien, wie z. B.: README.Cirrus und README.S3), die
     sich in dem oben genannten Verzeichnis befinden.

    Die Manual-Seiten von XFree86.

    Die Manual-Seiten von XF86Config.

    Die Manual-Seiten ber den benutzten Server, wie z. B.  XF86_SVGA
     oder XF86_S3).

  Die Haupt-Konfigurationsdatei ist /usr/X11R6/lib/X11/XF86Config.  Sie
  enthlt Informationen ber die Maus, die Grafikkarte, den Monitor usw.
  Die mit der XFree86-Distribution bereitgestellte Datei XF86Config.eg
  enthlt eine Beispielskonfiguration, die als Ausgangspunkt fr die
  eigene Konfiguration benutzt werden kann. Dazu wird sie nach
  XF86Config kopiert.

  Die XF86Config-Manual-Seite erlutert das Format dieser Datei im
  Detail. Bevor mit diesem Dokument fortgefahren wird, sollte die
  Manual-Seite gelesen werden.

  Nachfolgend wird eine Muster-XF86Config-Datei schrittweise
  vorgestellt. Diese Datei kann sich von der Beispielsdatei, die in der
  XFree86-Distribution enthalten ist, unterscheiden, aber ihre Struktur
  ist dieselbe.

  Man beachte, da das Dateiformat von XF86Config mit jeder Version von
  XFree86 wechseln kann. Diese Angaben beziehen sich auf die
  XFree86-Version 3.1.

  Ferner sollte auch der Versuch unterbleiben, die hier aufgelistete
  Konfigurationsdatei auf sein System zu kopieren und anschlieend zu
  benutzen.  Eine Konfigurationsdatei, die nicht mit der verwendeten
  Hardware korrespondiert, kann Schaden an ihr anrichten. Berichten
  zufolge sind Monitore (besonders Festfrequenz-Monitore) bei der
  Benutzung einer unkorrekt konfigurierten XF86Config-Datei beschdigt
  bzw. zerstrt worden. Der Grundsatz lautet also: "Vor der Benutzung
  einer XF86Config-Datei sollte absolut sichergestellt werden, da sie
  mit der verwendeten Hardware korrespondiert".

  Jeder Abschnitt einer XF86Config-Datei wird von dem folgenden
  Zeilenpaar umgeben:

       Section "section-name"
         ...
       EndSection

  Der erste Abschnitt der XF86Config-Datei ist Files, der wie folgt
  aussieht:

       Section "Files"
           RgbPath     "/usr/X11R6/lib/X11/rgb"
           FontPath    "/usr/X11R6/lib/X11/fonts/misc/"
           FontPath    "/usr/X11R6/lib/X11/fonts/75dpi/"
       EndSection

  Die RgbPath-Zeile setzt den Pfad zu der X11R6-RGB-Farbdatenbank, und
  jede FontPath-Zeile zeigt auf das jeweilige Verzeichnis mit den
  entsprechenden X11-Schriftarten. Im allgemeinen besteht kein Grund,
  diese Zeilen zu ndern. Es sollte sichergestellt sein, da fr jeden
  installierten Schrifttyp ein FontPath-Eintrag existiert. Das bedeutet,
  da fr jedes Verzeichnis in /usr/X11R6/lib/X11/fonts ein Eintrag in
  der Sektion Files steht.

  Der nchste Abschnitt lautet ServerFlags, der verschiedene globale
  Flags des Servers spezifiziert. Er enthlt im allgemeinen keinen
  Eintrag.

       Section "ServerFlags"
       # Uncomment this to cause a core dump at the spot where a signal is
       # received.  This may leave the console in an unusable state, but may
       # provide a better stack trace in the core dump to aid in debugging
       #    NoTrapSignals

       # Uncomment this to disable the <Crtl><Alt><BS> server abort sequence
       #    DontZap
       EndSection

  Alle Zeilen innerhalb der Sektion sind daher mit Hilfe des Nummern
  zeichen # auskommentiert.

  Der folgende Abschnitt Keyboard beschreibt die Standardeinstellungen
  fr die Tastatur.
       Section "Keyboard"
           Protocol    "Standard"
           AutoRepeat  500 5
           ServerNumLock
       EndSection

  Fr eine Modifizierung der Tastatureinstellungen mit Hilfe
  zustzlicher Optionen wird auf die Datei XF86Config hingewiesen. Die
  oben angegebenen Werte sollten auf den meisten Systemen funktionieren.

  Die Parameter fr die Maus werden im nchsten Abschnitt spezifiziert.

       Section "Pointer"

           Protocol    "MouseSystems"
           Device      "/dev/mouse"

       # Baudrate and SampleRate are only for some Logitech mice
       #    BaudRate   9600
       #    SampleRate 150

       # Emulate3Buttons is an option for 2-button Microsoft mice
       #    Emulate3Buttons

       # ChordMiddle is an option for some 3-button Logitech mice
       #    ChordMiddle

       EndSection

  Von anfnglicher Bedeutung sind hier die beiden Optionen: Protocol und
  Device. Protocol spezifiziert das von der Maus verwendete Protokoll,
  nicht aber die Marke der Maus. Gltige Protokolltypen sind:

    BusMouse

    Logitech

    Microsoft

    MMSeries

    Mouseman

    MouseSystems

    PS/2

    MMHitTab

     Man beachte, da unter Linux zustzliche Typangaben fr andere
     Betriebssysteme verfgbar sind.  Die Auswahl BusMouse sollte bei
     der Logitech-Busmaus verwendet werden. Ferner sollte man beachten,
     da ltere Logitech-Muse das Logitech-, dagegen neuere Modelle
     entweder das Microsoft- oder das Mouseman-Protokoll benutzen. Dies
     ist ein Grund, warum das Protokoll nichts mit der Mausmarke zu tun
     hat.

  Die Auswahl Device beschreibt die Schnittstelle, an der die Maus
  angeschlossen ist. Bei den meisten Linux-Systemen ist dies /dev/mouse.
  Gewhnlich ist /dev/mouse ein Link auf die passende serielle
  Schnittstelle /dev/cua0 fr serielle Muse bzw. die passende
  Schnittstelle fr Busmuse. Auf jeden Fall sollte man sich berzeugen,
  da die im Device-Abschnitt angegebene Gertedatei existiert.

  Der nchste Abschnitt lautet Monitor und beschreibt die Kenndaten des
  Monitors. Er kann, wie andere Sektionen in der XF86Config-Datei auch,
  mehrmals auftreten. Dies ist ntzlich, falls mehrere Monitore an ein
  System angeschlossen sind oder die gleiche XF86Config-Datei unter
  verschiedenen Hardware-Konfigurationen benutzt werden soll. Gewhnlich
  wird nur ein einzelner Monitor-Abschnitt verwendet.

       Section "Monitor"

           Identifier  "CTX 5468 NI"

           # These values are for a CTX 5468NI only! Don't attempt to use
           # them with your monitor (unless you have this model)

           Bandwidth    60
           HorizSync    30-38,47-50
           VertRefresh  50-90

           # Modes: Name      dotclock  horiz                vert

           ModeLine "640x480"  25       640 664 760 800      480 491 493 525
           ModeLine "800x600"  36       800 824 896 1024     600 601 603 625
           ModeLine "1024x768" 65       1024 1088 1200 1328  768 783 789 818

       EndSection

  Der Identifier-Eintrag kennzeichnet den Monitor mit einem Namen. Er
  ist frei whlbar (jede gltige Zeichenkette) und wird in einer
  spteren Sektion der XF86Config-Datei als Verweis auf den Monitor-
  Abschnitt verwendet.

  HorizSync spezifiziert die gltigen horizontalen
  Synchronisationsfrequenzen des Monitors in kHz. Bei Multisync-
  Monitoren knnen dies ein oder mehrere, durch Komma getrennte
  Intervalle sein. Bei Festfrequenz-Monitoren ist es eine Reihe von
  festen Werten, wie z. B.:

           HorizSync    31.5, 35.2, 37.9, 35.5, 48.95

  Das Monitorhandbuch sollte im Abschnitt "Technische Spezifikationen"
  die entsprechenden Werte auflisten. Falls dies nicht der Fall ist,
  kann man versuchen, die bentigten Informationen beim Monitorher
  steller mittels WWW oder beim Hndler sebst zu bekommen.

  VertRefresh gibt die gltigen vertikalen Refresh-Raten oder vertikalen
  Synchronisationsfrequenzen des Monitors in Hz an. Dies kann, wie schon
  bei HorizSync, ein Intervall oder eine Liste fester Werte sein. Auch
  hier sollte das Handbuch die entsprechenden Angaben aufweisen.

  Mit Hilfe der HorizSync- und VertRefresh-Eintrge wird berprft, ob
  die angegebenen Bildschirmauflsungen sich in einem gltigen Bereich
  befinden. Dadurch wird die Mglichkeit reduziert, den Monitor beim
  Betreiben einer unzulssigen bzw. zu hohen Frequenz, fr die er nicht
  ausgelegt ist, zu zerstren.

  Die ModeLine-Zeile wird zur Spezifizierung der einzelnen Auflsungen
  des Monitors benutzt. Das Format von Modeline ist:

       ModeLine name clock horiz-values vert-values

  Name ist eine willkrliche Zeichenkette. Sie dient in der Datei zur
  Referenzierung auf den jeweiligen Auflsungsmodus. Dot-clock bezeich
  net die benutzte Bildpunkt-Taktfrequenz.  Die Frequenz wird gewhnlich
  in MHz angegeben und gibt die Anzahl der von einer Grafikkarte an den
  Monitor ausgesendeten Bildpunkte je Sekunde bei dieser Auflsung an.
  Je vier Werte fr horiz und vier Werte fr vert spezifizieren den
  Bildschirmaufbau, d. h., sie geben die Anzahl der Bildpunkte an, bei
  dem der Elektronenstrahl eine Zeile anzeigt, eine Beruhigungsphase und
  den Synchronisationsimpuls durchluft.

  Zur Bestimmung der ModeLine-Werte fr den entsprechenden Monitor sei
  auf die Datei VideoModes.doc verwiesen, die zum Umfang der
  XFree86-Distribution gehrt.  Das Dokument beschreibt detailiert, wie
  diese Werte fr jede vom Monitor untersttzte Auflsung ermittelt
  werden knnen. Zu allererst mu sichergestellt sein, da der
  angegebene dot-clock-Wert auch mit einer von der Grafikkarte
  verwendeten Bildpunkt-Taktfrequenz korrespondiert. Man beachte, da
  nur solche Videomodi verwendet werden knnen, deren Bildpunkt-
  Taktfrequenz von der Grafikkarte untersttzt wird. Im weiteren Verlauf
  der XF86Config-Datei werden die Bildpunkt-Taktfrequenzen weiter
  spezifiziert.

  Zwei Dateien der XFree86-Distribution enthalten Daten fr die
  ModeLine-Zeilen des zu verwendenden Monitors. Diese Dateien heien:
  modeDB.txt bzw. Monitors und befinden sich beide im Verzeichnis
  /usr/X11R6/lib/X11/doc.

  Anfnglich ist es empfehlenswert, mit Modeline-Werten des VESA-
  Standards zu beginnen, da die meisten Monitore ihn untersttzen. Die
  Datei modeDB.txt enthlt Werte fr die verschiedenen VESA-
  Standardauflsungen, und ihre Eintrge sehen z. B. wie folgt aus:

       # 640x480@60Hz Non-Interlaced mode
       # Horizontal Sync = 31.5kHz
       # Timing: H=(0.95us, 3.81us, 1.59us), V=(0.35ms, 0.064ms, 1.02ms)
       #
       # name        clock   horizontal timing     vertical timing      flags
        "640x480"     25.175  640  664  760  800    480  491  493  525

  Dies ist der VESA-Standard fr den 640x480-Videomodus. Er benutzt eine
  Bildpunkt-Taktfrequenz von 25.175, die die Grafikkarte untersttzen
  mu, um diesen Modus zu benutzen (spter mehr dazu). Um diesen Eintrag
  in der XF86Config-Datei zu benutzen, mu die nachfolgende Zeile
  eingefgt werden:

       ModeLine "640x480" 25.175 640 664 760 800 480 491 493 525

  Man beachte, da der Name der Zeile "640x480" eine frei whlbare
  Zeichenkette darstellt. Nach Konvention sollte er die verwendete
  Auflsung bezeichnen. Fr Name kann theoretisch auch jede andere
  Zeichenkette gewhlt werden, die den Modus beschreibt.

  Fr jede benutzte ModeLine-Zeile berprft der Server, ob die Angaben
  des Modus innerhalb des Gltigkeitsbereichs von Bandwidth
  (Bandbreite), HorizSync und VertRefresh liegen. Falls sie nicht im
  gltigen Bereich liegen, wird der Server beim Versuch, X zu starten,
  abbrechen (spter auch hierzu mehr). Die vom Modus verwendete
  Bildpunkt-Taktfrequenz sollte nicht grer sein als die Bandbreite.
  Wie auch immer, in manchen Fllen kann ein Modus eine etwas grere
  Bandbreite, als vom Monitor untersttzt, betreiben.

  Stellt sich heraus, da die Werte fr die VESA-Standardmodi nicht
  funktionieren, so enthalten die Dateien: modeDB.txt und Monitors
  spezifische Eintrge fr viele verschiedene Monitortypen. Auf Basis
  dieser Eintrge aus den beiden Dateien knnen eigene Werte kreiert
  werden. Man sollte jedoch nur dem Monitormodell entsprechende Werte
  benutzen. Man beachte, da viele 14- und 15-Zoll-Monitore eine hohe
  Auflsung nicht darstellen knnen und oftmals, bei einer Auflsung von
  1024x768 Bildpunkten, nur mit einer niedrigen Bildpunkt-Taktfrequenz.
  Dies bedeutet, da der Monitor, falls keine hohen Auflsungsmodi in
  den beiden Dateien gefunden werden, sie mglicherweise nicht
  untersttzt.

  Sind an dieser Stelle immer noch keine gltigen Werte fr den Monitor
  gefunden, kann man den Instruktionen aus der der XFree86-Distribution
  beigefgten Datei VideoModes.doc folgen, um ModeLine-Werte aus den im
  Monitor-Handbuch aufgelisteten Spezifikationen selber zu generieren.
  Die Datei VideoModes.doc beschreibt auerdem sehr ausfhrlich das
  Format einer ModeLine-Direktive sowie andere Aspekte des
  XFree86-Servers.

  Sind die bernommenen oder selber generierten ModeLine-Werte noch
  nicht ganz perfekt, so ist es mglich, durch ein geringes Modifizieren
  der Werte das gewnschte, perfekte Resultat zu erhalten. Ist z. B.
  whrend des XFree86-Betriebes das Monitorbild ein wenig verschoben
  oder scheint es zu laufen, so kann man gem der Anleitung in der
  Datei VideoModes.doc versuchen, diese Werte zu verbessern. Auch
  sollten die Einstellregler des Monitors berprft werden.  In vielen
  Fllen ist es nur notwendig, die horizontale oder vertikale
  Bildschirmgre nach dem Start von XFree86 zu ndern, um das Bild zu
  zentrieren und auf eine passende Gre anzuordnen. Das Vorhandensein
  der Kontrollregler an der Frontseite des Monitors macht das "Leben"
  sicherlich leichter.

  Man sollte weder Monitor-Frequenzen noch ModeLine-Werte von Monitoren
  benutzen, die nicht dem zu verwendenden Modell entsprechen. Versucht
  man dennoch, den Monitor mit einer Frequenz anzusteuern, fr die er
  nicht konzipiert ist, so besteht die Gefahr, ihn zu beschdigen oder
  ihn gar zu zerstren.

  Der nchste Abschnitt der Konfigurationsdatei XF86Config ist Device,
  der die Parameter der Grafikkarte kennzeichnet. Hier ein Beispiel:

       Section "Device"
               Identifier "#9 GXE 64"

               # Nothing yet; we fill in these values later.

       EndSection

  Die Sektion definiert die Eigenschaften fr eine bestimmte
  Grafikkarte.  Identifier ist wieder eine frei whlbare Zeichenkette,
  die die Karte beschreibt. Auch hier wird der Name fr einen spteren
  Verweis benutzt.

  Anfnglich braucht auer Identifier nichts in diesen Abschnitt
  eingetragen zu werden. Das liegt daran, da der X-Server dazu benutzt
  wird, die Eigenschaften der Grafikkarte selber zu ermitteln.
  Anschlieend knnen die so gefundenen Werte in die Device-Sektion
  eingetragen werden. Der X-Server ist nmlich in der Lage, den
  Videochipsatz, die Bildpunkt-Taktfrequenzen, die RAMDAC sowie die
  Gre des Videospeichers auf der Grafikkarte festzustellen.

  Bevor diese Werte jedoch zu ermitteln sind, mu die XF86Config-Datei
  durch den letzten Abschnitt komplettiert werden. Er lautet Screen und
  spezifiziert die Kombination von Monitor und Grafikkarte fr die
  Benutzung eines bestimmten Servers.

        Section "Screen"
            Driver     "Accel"
            Device     "#9 GXE 64"
            Monitor    "CTX 5468 NI"
            Subsection "Display"
                Depth      16
                Modes      "1024x768" "800x600" "640x480"
                ViewPort   0 0
                Virtual    1024 768
            EndSubsection
        EndSection

  Die Zeile Driver beschreibt den zu benutzenden X-Server. Gltige
  Angaben fr Driver sind:

    Accel: Fr die XF86_S3-, XF86_Mach32-, XF86_Mach8-, XF86_8514-,
     XF86_P9000-, XF86_AGX- und XF86_W32-Server.

    SVGA: Fr den XF86_SVGA-Server.

    VGA16: Fr den XF86_VGA16-Server.

    VGA2: Fr den XF86_Mono-Server.

    Mono: Fr die Nicht-VGA-Monochrom-Treiber der XF86_Mono- und
     XF86_VGA16-Server.

  Es sollte sichergestellt sein, da ein symbolischer Link von
  /usr/X11R6/bin/X auf den zu benutzenden Server zeigt.

  Die Device-Zeile spezifiziert den Identifier der Device-Sektion, der
  mit der verwendeten Grafikkarte korrespondiert. In dem oben
  angegebenen Device-Abschnitt ist die Zeile:

       Identifier "#9 GXE 64"

  eingetragen worden. Daher wird in dieser Sektion die Zeichenkette #9
  GXE 64 in die Device-Zeile gestellt.

  hnliches geschieht mit der Zeile Monitor. Sie verweist auf den
  Identifier "CTX 5468 NI" aus der oben beschriebenen Monitor-Sektion.

  Der Unterabschnitt Display definiert verschiedene Eigenschaften des
  XFree86-Servers mit der Kombination aus Monitor und Grafikkarte. Die
  XF86Config-Datei beschreibt diese Optionen sehr detailiert. Die
  meisten davon sind jedoch wie der "Zuckergu auf einem Kuchen" und
  daher nicht notwendig, um ein System zum Laufen zu bekommen.

  Die wichtigsten Optionen sind:

    Depth. Definiert die Farbtiefe, d. h. die Anzahl Bits je Bildpunkt.
     Der Standardwert betrgt 8. Ein VGA-Server benutzt eine Farbtiefe
     von 4 und ein Monochrom-Server von 1. Bei der Benutzung einer
     beschleunigten Grafikkarte mit gengend Speicher, um mehr Bits je
     Bildpunkt zu untersttzen, kann der Wert auf 16, 24 oder 32 gesetzt
     werden. Falls dabei Probleme auftreten, sollte der Wert auf 8
     zurckgesetzt werden. Spter kann man dann versuchen, das Problem
     zu beheben.

    Modes. Dies ist die Liste mit Namen der verschiedenen Videomodi,
     die durch die Verwendung der ModeLine-Direktive in der Monitor-
     Sektion definiert worden sind. In dem oben aufgefhrten Abschnitt
     sind ModeLine-Zeilen "1024x768", "800x600" und "640x480" benannt.
     Deswegen stellt sich die Zeile Modes wie folgt dar:

                Modes    "1024x768" "800x600" "640x480"

  Der zuerst angegebene Modus in dieser Zeile wird standardmig nach
  dem Start von XFree86 eingestellt. Whrend des Betriebes von XFree86
  kann mit Hilfe der Tastenkombination Strg-Alt-numerisch + und Strg-
  Alt-numerisch - zwischen den angegebenen Modi gewechselt werden.

  Es hat sich bei der Erstkonfiguration von XFree86 vorteilhaft
  erwiesen, einen Videomodus mit einer niedrigen Auflsung, wie z. B.
  640x480, zu benutzen, da sich diese Auflsung auf den meisten Systemen
  problemlos darstellen lt.  Ausgehend von dieser Basiskonfiguration
  kann anschlieend die Datei XF86Config modifiziert werden, um auch
  hhere Auflsungen zu erzielen.

    Virtual. Kennzeichnet die Gre des virtuellen Desktops. XFree86
     besitzt die Fhigkeit, zustzlichen Speicher der Grafikkarte fr
     die Vergrerung der Oberflche zu benutzen. Bewegt sich der
     Mauszeiger ber den Bildschirmrand hinaus, so verschiebt sich der
     Ausschnitt, und der zustzliche Bereich wird sichtbar. Bei einer
     Bildschirmauflsung von z. B. 800x600 Bildpunkten kann Virtual auf
     die von der Grafikkarte maximal untersttzten Auflsung gesetzt
     werden. Eine Grafikkarte mit 1 MB RAM untersttzt 1024x768
     Bildpunkte mit einer Farbtiefe von 8 Bits je Bildpunkt, eine Karte
     mit 2 MB RAM dagegen 1280x1024 Bildpunkte bei einer Farbtiefe von 8
     Bits je Bildpunkt oder 1024x768 Bildpunkte bei einer Farbtiefe von
     16 Bits je Bildpunkt.  Selbstverstndlich kann der gesamte
     virtuelle Desktop nicht auf einmal dargestellt werden, dennoch kann
     man ihn insgesamt benutzen.

     Die Virtual-Option stellt eine gute Mglichkeit dar, um den
     Speicher der Grafikkarte nutzbar zu machen. Dennoch ist sie
     ziemlich begrenzt und bietet kaum Bedienungsmglichkeiten. Zur
     Nutzung eines wahren virtuellen Desktop sollte stattdesen fvwm oder
     ein hnlicher Fenstermanager benutzt werden. Fvwm bietet die
     Mglichkeit zur Darstellung beliebig vieler, virtueller
     Bildschirme, zwischen denen mit Hilfe des Desktopmanagers
     umgeschaltet werden kann. So braucht nur der aktuelle Bildschirm
     und nicht der gesamte Desktop in den Speicher der Grafikkarte
     gestellt zu werden. Fr weitere Details sollte die Manual-Seite
     ber fvwm herangezogen werden. Die meisten Linux-Systeme setzen
     standardmig fvwm als Fenstermanager ein.

    ViewPort. Setzt bei Benutzung der oben beschriebenen Virtual-Option
     die Koordinaten der linken, oberen Ecke des virtuellen Desktops
     beim Start von XFree86. Standardkoordinaten fr Virtual sind oft 0
     0. Werden fr Virtual keine Angaben gemacht, erhlt man einen zum
     virtuellen Desktop zentrierten Bildschirmausschnitt.

  Fr diese Sektion existieren noch viele andere Optionen. Eine
  komplette Beschreibung enthlt die Manual-Seite zu XF86Config. Fr die
  anfngliche Konfiguration von XFree86 sind diese Optionen aber nicht
  notwendig.

  6.  Spezifikation der Grafikkarte

  Die XF86Config-Datei ist bis auf die kompletten Informationen ber die
  Grafikkarte soweit fertiggestellt. Zur Ermittlung dieser restlichen
  Informationen wird der X-Server selber herangezogen. Die so gewonnenen
  Spezifikationen der Grafikkarte werden anschlieend in die XF86Config-
  Datei eingetragen.

  Anstelle den X-Server zur Ermittlung der Informationen zu starten,
  knnen auch die Dateien: modeDB.txt, AccelCards sowie Devices benutzt
  werden. Sie enthalten die entsprechenden XF86Config-Werte fr eine
  Vielzahl von Grafikkarten und befinden sich in dem Verzeichnis
  /usr/X11R6/lib/X11/doc. Zustzlich existieren verschiedene README-
  Dateien fr bestimmte Chipstze. Die in diesen Dateien gefundenen
  Informationen ber die zu verwendende Grafikkarte mit Bildpunkt-
  Taktfrequenzen, Chipsatz usw. knnen in der Konfigurationsdatei
  XF86Config natrlich benutzt werden. Fehlende Spezifikationen sind mit
  der nun nachfolgend beschriebenen Methode zu ermitteln.

  Als Beispiel dient die Konfiguration einer #9 GXE 64-Grafikkarte, die
  einen XF86_S3-Chipsatz benutzt. Die hier beschriebene Methode kann
  auch auf jede andere Karte angewendet werden.

  Zuerst mu der von der Grafikkarte benutzte Chipsatz bestimmt werden.
  Dazu kann man das Programm SuperProbe verwenden, das sich im
  Verzeichnis /usr/X11R6/bin befindet. Man beachte, da der Name des
  Chipsatzes, so wie er von dem X-Server verwendet wird, erforderlich
  ist. Um ihn zu ermitteln, wird das Kommando:

       X -showconfig

  eingegeben, das smtliche dem X-Server bekannten Chipsatznamen auflis
  tet.  Die Manual-Seiten fr den entsprechenden X-Server enthalten auch
  diese Namen.  Fr den beschleunigten XF86_S3-Server erhlt man z. B.
  mit Hilfe von X -showconfig folgende Informationen:

       XFree86 Version 3.1 / X Window System
       (protocol Version 11, revision 0, vendor release 6000)
       Operating System: Linux
       Configured drivers:
         S3: accelerated server for S3 graphics adaptors (Patchlevel 0)
             mmio_928, s3_generic

  Die gltigen Chipsatznamen fr diesen Server lauten mmio_928 und
  s3_generic. Die XF86_S3-Manual-Seite beschreibt diese Chipstze und
  welche Grafikkarten sie benutzen. Im Fall der #9 GXE 64-Grafikkarte
  wird mmio_928 verwendet.

  Falls der Chipsatzname noch unbekannt ist oder Zweifel bestehen,
  welcher auszuwhlen ist, kann wiederum der X-Server benutzt werden, um
  ihn zu ermitteln. Bei der Verwendung der Bash-Shell wird das Kommando
  durch:

       X -probeonly > /tmp/x.out 2>&1

  gestartet. Wird dagegen die C-Shell benutzt, so mu

       X -probeonly &> /tmp/x.out

  eingegeben werden.

  Das Kommando sollte abgesetzt werden, solange das System noch nicht
  geladen ist, d. h., solange sich keine andere Aktivitt im System
  ereignet. Da der Befehl auch die Bildpunkt-Taktfrequenzen der
  Grafikkarte ermittelt, knnen zustzliche Systembelastungen das
  Ergebnis verflschen.

  Die von dem oben angegebenen Kommando erzeugte Ausgabe, die sich in
  der Datei /tmp/x.out befindet, enthlt z. B. die folgenden Zeilen:

       XFree86 Version 3.1 / X Window System
       (protocol Version 11, revision 0, vendor release 6000)
       Operating System: Linux
       Configured drivers:
         S3: accelerated server for S3 graphics adaptors (Patchlevel 0)
             mmio_928, s3_generic
          ...
       (--) S3: card type: 386/486 localbus
       (--) S3: chipset:   864 rev. 0
       (--) S3: chipset driver: mmio_928

  Der Server, in diesem Fall der XF86_S3, kennt demnach zwei gltige
  Chipsatznamen: mmio_928 und s3_generic, wobei er speziell fr die ver
  wendete Grafikkarte den mmio_928-Chipsatz ermittelt hat.

  Der so gefundene Name des Chipsatzes wird anschlieend in die Zeile
  Chipset des Device-Abschnitts der XF86Config-Datei eingetragen.  Zum
  Beispiel:

       Section "Device"
               # We already had Identifier here...
               Identifier "#9 GXE 64"
               # Add this line:
               Chipset "mmio_928"
       EndSection

  Als nchstes sind die von der Grafikkarte benutzten Bildpunkt-
  Taktfrequenzen zu bestimmen. Die Bildpunkt-Taktfrequenz (dot-clock)
  gibt die Anzahl der Bildpunkte an, die die Grafikkarte je Zeiteinheit
  zum Monitor senden kann.  Wie bereits an oberer Stelle gezeigt,
  besitzt jede Bildschirmauflsung ihre eigene Bildpunkt- Taktfrequenz.
  Die von der Grafikkarte untersttzen Werte gilt es nun im folgenden zu
  bestimmen.

  Zuerst sollte man aber die bereits erwhnten Dateien modeDB.txt usw.
  berprfen, ob dort die bentigten Bildpunkt-Taktfrequenzen fr die zu
  benutzende Grafikkarte aufgelistet sind. Sie werden gewhnlich in
  einer Liste mit 8 oder 16 Werten angegeben. Die Einheit ist MHz. Die
  Datei modeDB.txt gibt z. B. fr die Grafikkarte Cardinal ET4000
  folgende Zeilen aus:

       # chip    ram   virtual   clocks                   default-mode  flags
        ET4000   1024  1024 768   25  28  38  36  40  45  32   0  "1024x768"

  Wie das Beispiel zeigt, sind die Bildpunkt-Taktfrequenzen fr diese
  Karte: 25, 28, 38, 36, 40, 45, 32 und 0 MHz.

  In dem Device-Abschnitt der XF86Config-Datei wird demnach eine Zeile
  Clocks hinzugefgt, die die Liste der Bildpunkt-Taktfrequenzen
  enthlt. Bezogen auf das Beispiel wird die Zeile:

               Clocks 25 28 38 36 40 45 32 0

  nach der Chipset-Zeile in die Device-Sektion eingetragen. Man beachte,
  da die Reihenfolge der Werte sehr wichtig ist. Die Liste darf weder
  neu sortiert noch drfen mehrfach auftretende Werte entfernt werden.

  Sind die Bildpunkt-Taktfrequenzen einer speziellen Grafikkarte nicht
  bekannt, so kann auch hier der X-Server wieder benutzt werden, diese
  Werte selber zu ermitteln. Mit dem weiter oben beschriebenen Kommando
  X -probeonly erhlt die Ausgabe unter anderem eine Zeile mit den
  gewnschten Werten. Fr die Grafikkarte #9 GXE 64 sieht sie z. B. wie
  folgt aus:

       (--) S3: clocks:  25.18  28.32  38.02  36.15  40.33  45.32  32.00  00.00

  Smtliche ausgegebenen Werte werden der Clocks-Zeile hinzugefgt.
  Passen nicht alle Werte in eine Zeile, da oftmals mehr als 8 Werte
  angezeigt werden, knnen sie auf mehrere Clocks-Zeilen in der
  XF86Config-Datei verteilt werden. An dieser Stelle noch einmal der
  Hinweis, da die Liste mit den Werten in der ausgegebenen Reihenfolge
  beibehalten werden mu!

  Bei der Ermittlung der Bildpunkt-Taktfrequenzen mit Hilfe des
  Kommandos X -probeonly darf es keine Clocks-Zeile in der Device-
  Sektion von XF86Config geben. Notfalls kann sie auskommentiert werden.
  Beim Vorhandensein dieser Zeile wird der Server die Werte nicht selber
  ermitteln, sondern die bereits in der XF86Config-Datei aufgefhrten
  Werte benutzen.

  Man beachte, da einige beschleunigte Grafikkarten einen
  programmierbaren Clockchip benutzen. Fr weitere Details kann die
  XF86-Accel-Manual-Seite herangezogen werden. Dies gilt besonders fr
  S3-, AGX- und XGA-2-Karten.  Dieser Chip ermglicht dem X-Server der
  Grafikkarte mitzuteilen, welche Bildpunkt-Taktfrequenzen zu benutzen
  sind. In diesem Fall findet man in keiner der oben genannten Datei
  eine Liste von Werten fr die zu benutzende Karte oder sie enthlt
  nach der Anwendung von X -probeonly hchstens 1 oder 2 feste Werte,
  ansonsten nur Duplikate oder Nullwerte.

  Bei der Benutzung von Grafikkarten mit einem programmierbaren
  Clockchip wird in der XF86Conifg-Datei anstelle einer Clocks- eine
  ClockChip-Zeile verwendet.  ClockChip enthlt den Namen des von der
  Karte benutzten Clockchips. Die Manual-Seiten der verschiedenen Server
  enthalten smtliche Namen. Die README.S3-Datei gibt z. B. fr
  verschiedene S3-864-Grafikkarten den ICD2061A-Clockchip an. Dieser
  Name wird dann anstelle von Clocks in die Zeile:

          ClockChip "icd2061a"

  der XF86Config-Datei eingetragen. In dem Device-Abschnitt steht diese
  Zeile, wie auch schon Clocks, hinter der Chipset-Zeile. Einige
  beschleunigte Grafikkarten erforden zustzlich die Spezifizierung
  eines RAMDAC-Chiptypen, dessen Name in die Ramdac-Zeile der
  XF86Config-Datei einzutragen ist. Die Manual-Seite von XF86_Accell
  beschreibt diese Option. Gewhnlich wird die RAMDAC vom X-Server kor
  rekt ermittelt.

  Einige Typen von Grafikkarten erfordern zustzliche Angaben
  verschiedener Optionen in der Device-Sektion von XF86Config. Diese
  Optionen werden ausfhrlich auf den Manual-Seiten der entsprechenden
  Server sowie in den verschiedenen Dateien, wie z. B. README.cirrus
  oder README.S3, beschrieben.  Sie knnen mit Hilfe der Option-Zeile
  gesetzt werden. Die #9 GXE 64- Grafikkarte erfordert z. B. zwei
  Optionen:

               Option "number_nine"
               Option "dac_8_bit"

  Normalerweise kann der X-Server auch ohne diese Optionen betrieben
  werden.  Jedoch sind sie zum Erzielen der grtmglichen Leistung
  notwendig. Es existiert noch eine Vielzahl solcher Optionen, die hier
  aber nicht weiter aufgefhrt werden. Jede dieser Optionen hngt von
  einer bestimmten Grafikkarte ab. Sowohl die Manual-Seiten ber die X-
  Server als auch die verschiedenen Dateien in /usr/X11R6/lib/X11/doc
  beschreiben diese Optionen ausfhrlich, falls eine von ihnen benutzt
  werden mu.

  Nachdem alle Eintrge in die Device-Sektion vollzogen sind, sieht sie
  fr die #9 GXE 64-Grafikkarte folgendermaen aus:

  Section "Device"
          # Device section for the #9 GXE 64 only!
          Identifier "#9 GXE 64"
          Chipset "mmio_928"
          ClockChip "icd2061a"
          Option "number_nine"
          Option "dac_8_bit"
  EndSection

  Die meisten Grafikkarten werden anstelle der ClockChip-Zeile eine
  Clocks-Zeile erfordern. Man beachte, da der oben angegebene Device-
  Abschnitt nur fr die spezielle Grafikkarte #9 GXE 64 gltig ist. Er
  ist hier nur als Beispiel aufgefhrt.

  7.  Starten von XFree86

  Nach Fertigstellung der Konfigurationsdatei XF86Config kann nun der X-
  Server gestartet werden. Zuerst sollte sichergestellt sein, da
  /usr/X11R6/bin im Pfad eingetragen ist.

  Das Kommando zum Starten von XFree86 lautet:

       startx

  Startx startet sowohl den X-Server als auch die Kommandos der sich im
  Home-Verzeichnis befindenden Datei .xinitrc. .xinitrc ist einfach ein
  Shell-Skript, das die zu startenden X-Klienten enthlt. Falls diese
  Datei im Home-Verzeichnis nicht existiert, benutzt das System die
  Standarddatei in /usr/X11R6/lib/X11/xinit/xinitrc.

  Eine Standard-.xinitrc-Datei sieht z. B. wie folgt aus:

       #!/bin/sh

       xterm -fn 7x13bold -geometry 80x32+10+50 &
       xterm -fn 9x15bold -geometry 80x34+30-10 &
       oclock -geometry 70x70-7+7 &
       xsetroot -solid midnightblue &

       exec twm

  Dieses Skript startet zwei xterm-Klienten, eine oclock-Uhr und setzt
  die Hintergrundfarbe des Root-Fensters auf midnightblue. Anschlieend
  wird der Fenstermanager twm aufgerufen. Man beachte, da twm mit der
  Shell-Anweisung exec ausgefhrt wird. Dies veranlat, da der xinit-
  Proze durch twm ersetzt wird. Nach Beendigung des twm-Prozesses fhrt
  der X-Server auch herunter. Mit Hilfe des Hauptmens kann veranlat
  werden, twm zu beenden. Dazu fhrt man den Mauszeiger auf den Desktop-
  Hintergrund, drckt die Maustaste 1 und whlt anschlieend mit der
  Maus aus dem eingeblendeten Pop-Up-Men den Befehl: Exit Twm.

  Es sollte sichergestellt sein, da das letzte Kommando in der
  .xinitrc-Datei mit der exec-Anweisung gestartet und da es nicht durch
  das Hinzufgen eines kaufmnnischen UND & am Ende der Zeile als
  Hintergrundproze aufgerufen wird. Dadurch fhrt der X-Server
  herunter, sobald er alle Klienten aus der .xinitrc-Datei gestartet
  hat.
  Alternativ kann der X-Server durch die Tastenkombination Strg-Alt-
  Rcktaste beendet werden. Dies beendet den X-Server direkt und somit
  auch den Fenstermanager.

  Die oben angegebene .xinitrc-Datei stellt eine sehr einfache Desktop-
  Konfiguration dar. Viele mchtige Programme und Konfigurationen sind
  mit einem geringen Arbeitsaufwand an der .xinitrc-Datei mglich.  Der
  fvwm-Fenstermanager stellt z. B.  einen virtuellen Desktop bereit,
  dessen Farben, Schriftarten, Fenstergren und -positionen usw. vom
  Anwender nach "Herzenslust" eingestellt bzw. definiert werden knnen.
  Erscheint das X-Window-System anfnglich als eher schlicht und
  einfach, so erweist es sich nach benutzerdefinierter Konfiguration
  doch als sehr mchtig.

  Dem Einsteiger in das X-Window-System sei das Buch: The X Window
  System: A User's Guide empfohlen, da die Benutzung und Konfiguration
  von X zu umfangreich ist, um sie hier ausfhrlich zu behandeln.  Fr
  einen ersten Anhaltspunkt knnen die Manual-Seiten zu xterm, oclock
  und fvwm herangezogen werden.

  8.  Problemlsungen

  Oftmals stellen sich beim erstmaligen Starten des X-Servers Fehler
  ein. Diese werden fast immer durch falsche Einstellungen in der
  XF86Config-Datei verursacht.  Gewhnlich sind entweder die Monitor-
  oder die Bildpunkt-Taktfrequenzen nicht korrekt gesetzt. Ein sicheres
  Anzeichen fr falsch gewhlte Werte stellt z. B.  eine durchlaufende
  Bildschirmanzeige bzw. verschwommene -kanten dar. Auerdem sollte die
  korrekte Spezifizierung des Chipsatzes der Grafikkarte sichergestellt
  sein, sowie der anderen Optionen im Device-Abschnitt der XF86Config-
  Datei. Auch mu der richtige X-Server verwendet werden, und
  /usr/X11R6/bin/X mu mit Hilfe eines symbolischen Links auf diesen
  Server verweisen.

  Schlagen alle Versuche fehl, den X-Server zu starten, so kann er mit
  Hilfe des Kommandos:

       X > /tmp/x.out 2>&1

  direkt aufgerufen werden und smtliche Warnungen und Fehler des
  Servers werden in die Datei /tmp/x.out umgeleitet. Anschlieend, nach
  Beendigung des Servers mit der Tastenkombination Strg-Alt-Rcktaste,
  kann der Inhalt der Datei x.out untersucht werden.

  Die in der XFree86-Distribution enthaltene Datei VideoModes.doc stellt
  zahlreiche Hinweise bei der Ermittlung der richtigen Werte fr die
  XF86Config-Datei bereit.

  Mit Hilfe der Tastenkombinationen Strg-Alt-numerisch + und Strg-Alt-
  numerisch - kann zwischen den in der Modes-Zeile der Screen-Sektion
  von XF86Config aufgefhrten Grafikmodi umgeschaltet werden. Falls die
  hchstmgliche Auflsung fehlerhaft ist, besteht somit die
  Mglichkeit, auf eine niedrigere Auflsung umzuschalten. Dadurch
  erhlt man einen guten berblick, welche Abschnitte der X-
  Konfiguration korrekt arbeiten.

  Zustzlich knnen die Einstellregler des Monitors fr die horizontale
  und vertikale Bildlage bzw. fr die vertikale Hhen- und die
  horizontale Breiteneinstellung berprft werden. In vielen Fllen ist
  nur eine Korrektur mit Hilfe der Einstellregler notwendig, nachdem X
  gestartet worden ist. Scheint das Bild z. B. nach einer Seite hin
  verschoben, so kann dies durch eine Justierung der Kontrollregler
  korrigiert werden.

  Es existieren verschiedene Newsgruppen zum Thema XFree86, wie z. B.:
  comp.windows.x.i386unix und de.comp.os.linux.x.  Sie sind eine gute
  Adresse, wo man eventuell Hinweise bezglich der zu benutzenden
  Videokonfiguration erhalten kann, falls man dort "jemandem in die Arme
  luft", der das gleiche Problem hat bzw. es schon gelst hat.

  9.  Copyright

  Dieses Dokument ist urheberrechtlich geschtzt. Das Copyright fr die
  englische XFree86 HOWTO liegt bei Matt Welsh. Das Copyright fr die
  deutsche Version liegt bei Dirk Knabe.

  Das Dokument darf gem der GNU General Public License verbreitet
  werden.  Insbesondere bedeutet dies, da der Text sowohl ber
  elektronische wie auch physikalische Medien, ohne die Zahlung von
  Lizenzgebhren, verbreitet werden darf, solange dieser Copyright-
  Hinweis nicht entfernt wird. Eine kommerzielle Verbreitung ist erlaubt
  und ausdrcklich erwnscht. Bei einer Publikation in Papierform ist
  das deutsche Linux HOWTO Projekt hierber zu informieren.

  Der Autor bernimmt keinerlei Haftung fr den Inhalt des Dokuments.
  Die Verwendung der im Text beschriebenen Konzepte, Beispiele usw.
  geschieht auf eigene Verantwortung.

