  Linux Offline HOWTO
  Christoph Kania (kania@uni-duesseldorf.de)
  v1.0 24. Februar 1998

  In diesem Dokument wird eine Lsung zur offline-Nutzung der Dienste
  Mail und News auf Standalone-Rechnern mit temporrem Internetanschlu
  ber ein Modem dargestellt.

  1.  Einfhrung

  1.1.  Vorwort

  Auch wenn der Telekommunikationsmarkt nun privatisiert wurde, ist das
  telephonieren - vor allem im Ortsbereich - nach wie vor nicht gerade
  gnstig. Daher haben sich schon vor lngerer Zeit Programme
  (vornehmlich in der Windows-Welt) bewhrt, die es ermglichen, die
  Dienste News und Mail offline zu nutzen. Bis vor einiger Zeit fehlte
  diese Mglichkeit auf Unix/Linux-Systemen ganz; mittlerweile gibt es
  aber, zumindest fr den Dienst News, einige Programme zur Auswahl, die
  aber nicht immer ganz problemlos arbeiten und durch ihre
  "anwenderfreundliche Beschrnkung" naturgegeben nicht sehr flexibel
  sind. Deshalb habe ich mich entschieden, den klassischen Weg der
  Einrichtung von lokalem News- und Mailserver zu gehen. Dies entspricht
  zum einen der Anlage von Unixsystemen als Netzwerksystemen und bietet
  die Mglichlkeit, z.B. sehr komfortable Datenbankfunktionen etc.
  einzubinden. Auerdem habe ich die Erfahrung gemacht, da diese Server
  stabiler laufen als die - zugegeben vor lngerer Zeit - getesteten
  "Einfachlsungen". Die Entwickler der in diesem Bereich vertretenen
  Programme mgen meine Kritik verzeihen; ich gehe davon aus, da, wie
  immer in der Linux-Welt, auch hier der Entwicklungsfortschritt sehr
  zgig vorangeht und in Zukunft leistungsfhige "Einfachlsungen" zur
  Verfgung stehen, durch welche die DAU-Kompatibilitt von Linux weiter
  gesteigert werden kann.

  1.2.  Neue Versionen dieser HOWTO

  Neuere Versionen dieser Anleitung werden unter

       http://www-public.rz.uni-duesseldorf.de/~kania/mailnews.htm

  bzw. auf den Seiten des Deutschen HOWTO Projektes (DLHP)

       http://www.tu-harburg.de/~semb2204/dlhp/

  bereitgestellt.

  1.3.  Feedback

  Linux lebt von der Mitarbeit der Anwender! Deshalb bitte ich jeden,
  nicht zu zgern, mir seine Anmerkungen, Kritiken und Wnsche
  mitzuteilen: kania@uni-duesseldorf.de

  1.4.  Copyright

  Dieses Dokument ist urheberrechtlich geschtzt. Das Copyright liegt
  bei Christoph Kania.

  Das Dokument darf gem der GNU General Public License verbreitet
  werden. Insbesondere bedeutet dieses, da der Text sowohl ber
  elektronische wie auch physikalische Medien ohne die Zahlung von
  Lizenzgebhren verbreitet werden darf, solange dieser Copyright
  Hinweis nicht entfernt wird. Eine kommerzielle Verbreitung ist erlaubt
  und ausdrcklich erwnscht. Bei einer Publikation in Papierform ist
  das Deutsche Linux HOWTO Projekt hierber zu zu informieren.

  1.5.  Danksagungen

  Eine ganze Reihe begeisterter Linuxer haben mir mit ihren Tips und
  Anmerkungen viel geholfen. Euch allen HERZLICHEN DANK!

  1.6.  Gundlegende und weiterfhrende Literatur

    HOWTOs des Deutschen Linux HOWTO Projektes (DLHP) http://www.tu-
     harburg.de/~semb2204/dlhp/

    Internationale Linux-HOWTOs, zu finden unter
     sunsite.unc.edu:/pub/Linux/docs/HOWTO

    Kania, Christoph: Offline-Mail und Offline-News mit LINUX und
     Einwahl in die Heinrich-Heine-Universitt Dsseldorf Version 1.5
     http://www-public.rz.uni-duesseldorf.de/~kania/mailnews.htm

    Kania, Christoph: Mails und News offline unter Debian GNU/Linux
     http://www-public.rz.uni-duesseldorf.de/~kania/mailnews.htm

    Hailer, Bernhard: Zugang zum Internet unter Linux ber ISDN und das
     Leibniz-Rechenzentrum, 19. Juli 1996, http://www.lrz-
     muenchen.de/~ui161ab/

    http://www.umr.edu/~mark/linux/ppp1.html

    Dickebohm, Markus: Konfiguration von Newsservern und
     Spoolprogrammen zum Offline-Lesen von Usenet-News, Version 0.3,
     Kln 1996, http://www.uni-koeln.de/~acp66/

    Hetze, Sebastian et al.: LinuX Anwenderhandbuch und Leitfaden fr
     die Systemverwaltung, 5. erweiterte und aktualisierte Auflage,
     LunetIX Softfair 1995, ISBN 3-929764-0, http://www.lunetix.de

    Bauer, Bodo et al.: S.u.S.E. Linux 5.0 -- Installation,
     Konfiguration und erste Schritte, ISBN 3-930419-45-9,
     http://www.suse.de

    Welsh, Matt und Kaufmann, Lar: Linux Wegweiser zur Installation und
     Konfiguration, O'Reilly, ISBN 3-930673-19-3, http://www.oreilly.de

    Kirsch, Olaf: Linux Wegweiser fr Netzwerker, ISBN 3-930673-18-5,
     http://www.oreilly.de

    Costales, Bryan und Allman, Eric: sendmail Schnellbersicht,
     bersetzt von Christoph Badura, O'Reilly, ISBN 3-930673-60-0,
     http://www.oreilly.de

  1.7.  Todo

  Folgende Erweiterungen sind geplant:

    genaue Beschreibung, welche Bedeutung die einzelnen Eintrge haben

    Erluterung einiger Grundlagen, Netzprotokolle u.a.

    Wie immer: Fehlerbereinigung

    "Von der Quelle zum laufenden System"

  1.8.  Anmerkungen zur Textformatierung

  Wo vom Anwender Angaben ergnzt werden mssen, wird dies durch die
  Verwendung eckiger Klammern dargestellt; diese sind nicht zu
  bernehmen. Z.B.:

       domain [Domainname] #wenn eine bestimmte Domain verlangt wird
       search [Domain des Providers]
       nameserver [vom Provider erfragte IP]
       nameserver [vom Provider erfragte IP]

  ist zu ersetzen durch

       domain uni-duesseldorf.de
       search rz.uni-duesseldorf.de
       nameserver 134.99.128.2
       nameserver 134.99.128.5

  2.  Vorbereitungen

  2.1.  Programme und Versionen

  Da ich die Einrichtung auf einer Debian GNU/Linux 1.3.1 nachvollzogen
  habe, stehen in Klammern die Versionsnummern der Debian-Pakete (*.deb)

    Kernel: 2.0.30

    Netzwerk: netbase 2.16(-1)

    Verbindung: ppp 2.2.0f(-23)

    News

    inn 1.5.1(-4)

    suck 3.4.1(-2)

    Mail

    sendmail 8.8.5(-1)

    procmail 3.10.4(-2)

    fetchmail 3.8(-0)

  2.2.  Grundvoraussetzungen

  Folgende Grundvoraussetzungen mssen erfllt sein:

    Der Kernel  mu mit den Optionen  TCP/IP networking , PPP (point-
     to-point) support und Dummy net driver support  bersetzt sein.

    Man bentigt vom Provider

    Telephonnummer

    UserID

    Pawort

    Wird Autentifizierung per pap oder chap vorgenommen? (pap ist
     meistens der Fall und wird hier angenommen)

    IP-Nummer des eigenen Rechners (meist dynamische IP-Vergabe)

    wenn statische IP -> Netzwerkmaske

    IPs des/der Nameserver/s

    wird auf der Providerseite PPP automatisch gestartet (meistens ja)

    Soll der eigene Rechner zu einer bestimmten Domain gehren?

  2.3.  Fundquellen der Programme

  Bei allen hier verwendeten Programmen handelt es sich um frei
  verfgbare Dateien, die auf vielen FTP-Sites und auf den diversen
  Sunsite-Mirrors zu finden sind; sie sind aber schon in den meisten
  Distributionen enthalten.

  2.4.  Pfade

  Da die verschiedenen Distributionen den FSSTND unterschiedlich bzw.
  ungenau umsetzen, knnen sich die hier angegebenen Pfade (entsprechend
  Debian) von denen auf anderen Distributionen unterscheiden.

  2.5.  Programminstallation

  Hierzu sind die Readmes unbedingt zu beachten! Da mittlerweile alle
  gngigen Distributionen ber Paketmanagement verfgen und Binrpakete
  anbieten, sollte die Installation kein Problem mehr darstellen.

  3.  allgemeine Netzwerkkonfiguration

  3.1.  /etc/hostname/

  Zunchst mu der Rechner einen Namen haben. Meiner heit ganz einfach

       kania

  Dies ist auch der einzige Eintrag in der Datei /etc/hostname und wird
  als fully qualified host name (FQHN) bezeichnet.

  3.2.  /etc/resolv.conf

  Hier ist festgelegt, welcher Domain unser Rechner angehrt und auf
  welche Nameserver er zugreifen soll

  domain [Domainname] #wenn eine bestimmte Domain verlangt wird
  search [Domain des Providers]
  nameserver [vom Provider erfragte IP]
  nameserver [vom Provider erfragte IP]

  3.3.  /etc/host.conf

  Um einen Namen aufzulsen (Netzwerkname, Netzwerkadresse, offizielle
  und inoffizielle Namen), wird jetzt, bevor einer der Nameserver
  befragt wird, in /etc/hosts nachgeschaut; auerdem drfen die in
  /etc/hosts angegebenen Rechner mehrere IP-Adressen haben (multi on).

       order hosts bind
       multi on

  3.4.  /etc/networks

  Hier werden die Netzwerknamen bzw. -devices in Netzwerkadressen (IPs)
  bersetzt; da wir ganz lokal arbeiten:

       loopback 127.0.0.0
       [IP des Newsservers] [Name des Newsservers] newsserv

  3.5.  /etc/hosts

  Hier geschieht das ganze umgekehrt; einer IP wird ein offizieller bzw.
  ein oder mehrere inoffizielle Namen zugeordnet

       127.0.0.1     localhost

  4.  Die Verbindung herstellen

  4.1.  Was mache ich hier?

  Wenn die hier beschriebene Konfiguration nachvollzogen wird, so wird
  folgendes eingerichtet:

    Anwahl des Providers; Befehl pon, ppp-on, ppp-up (abhngig von der
     verwendeten Distribution)

    Einloggen ber pap (es wird hier angenommen, da dies vom Provider
     gefordert wird; in spteren Versionen werden auch andere Wege
     erlutert werden)

    Kappen der Verbindung mit poff, ppp-off, ppp-down (wiederum
     abhngig von der verwendeten Distribution)

  4.2.  Was geht ab?

  Zunchst whlt chat Provider an und stellt die Verbindung der beiden
  Modems her (Einigung ber Protokolle etc.). Entsprechend pap nimmt
  chat das Einloggen am Server vor und bergibt dann die Kontrolle an
  pppd, welcher das PP-Protokoll weiter initiiert.

  4.3.  Konfiguration

  Die fr die Konfiguration wichtigen Dateien sind:
  /etc/ppp/ppp.chatscript, /etc/ppp/options, /etc/ppp/pap-secrets,
  /etc/ppp/ip-up und ip-down.

  4.3.1.  /etc/ppp/ppp.chatscript

  Dieses kann auch unter /etc/ppp liegen.

       TIMEOUT 60
       ABORT "NO CARRIER"
       ABORT BUSY
       ABORT "NO DIALTONE"
       ABORT ERROR
       "" +++ATZ
       OK ATDT[Telephonnummer des Providers]
       CONNECT ""

  4.3.2.  /etc/ppp/options

       disconnect "chat -- \d+++\d\c OK ath0 OK"
       asyncmap 0
       crtscts
       lock
       115200 # maximale Geschwindigkeit des Modems
       modem
       [netmask 255.255.255.0] # wenn ntig nach Providerangabe
       noipdefault
       debug
       user [UserID] # eigene UserID beim Provider einsetzen

  4.3.3.  /etc/ppp/pap-secrets

       # client  server  secret  IP addresses
       UserID       *    passwd  # UserID und Password einsetzen

  Achtung! Bei pap-secrets unbedingt die Rechte kontrollieren!

  root: ls -l pap-secrets

  mu ergeben

       -rw-------   1  root      root   1501  Feb  6 20:38 pap-secrets

  4.3.4.  pon, ppp-on, ppp-up

  Bitte beachten, da hier die Pfade zu ppp.chatscript und ppp.options
  korrekt angegeben sind.

  Nach meiner Debian:

       #!/bin/sh
       if [ -r /etc/ppp/options -a -r /etc/ppp/ppp.chatscript ]; then \
               /usr/sbin/pppd connect "/usr/sbin/chat -v -f /etc/ppp/ppp.chatscript" \
       `cat /etc/ppp/options`
       else
               echo "You do not have permissions to access /etc/ppp/ppp.chatscript or \ /etc/ppp/options"
       fi

  4.3.5.  poff, ppp-off, ppp-down

  Aus meiner Debian.

       #!/bin/sh

       # Lets see how many pppds are running....
       N=`ls /var/run/ppp* 2>/dev/null| wc -l`

       # If there no ppp running then poff does not make much sense
       if [ $N = 0 ]; then
               echo "No pppd is running"
               exit 1
       fi
       # If one is running then it cal be killed with killall
       if [ $N = 1 ]; then
               killall pppd
               exit 0
       fi
       # More than one! Aieehh.. Dont know which one to kill.
       echo "More than one pppd running. None stopped"
       exit 1

  4.3.6.  /etc/ppp/ip-up, /etc/ppp/ip-down

  Diese Dateien werden ausgefhrt, wenn eine Verbindung hergstellt (ip-
  up) bzw. beendet wurde (ip-down). Dies kann man sich zunutze machen,
  um Aufgaben, die regelmig nach einem Verbindugsaufbau erledigt
  werden mssen, im Hintergrund abzuarbeiten (z.B. holen/schicken von
  Mails und News). Dazu aber spter mehr. Vorerst lassen wir diese
  beiden Files unberhrt.

  4.3.7.  Tuning der seriellen Schnittstelle

  Aus historischen Grnden kann eine serielle Leitung unter Linux nur
  bis maximal 38.4Kb spezifizert werden (auch, wenn wir es hier einige
  Male anders gemacht haben). Aufgrund der verschiedenen Standards ist
  es aber mglich, mit einem 28.8Kb Modem einen Durchsatz von maximal
  112Kb/s zu erreichen. Um die serielle Schnittstelle entsprechend zu
  tunen, wird in /etc/rc.boot/0setserial folgender Eintrag aufgenommen
  (eventuell liegt sie auch an anderer Stelle und heit setserial:

       ${SETSERIAL -b /dev/ttyS0 ${AUTO_IRQ skip_test autoconfig spd_vhi

  /dev/ttyS0 entspricht dem Anschlu com1 unter DOS; entsprechend
  /dev/ttyS1 com2. Wenn jetzt dev/ttyS0 mit 38.4Kb angesprochen wird,
  antwortet es mit "Ich kann auch noch mehr". Mit setserial -b
  /dev/ttyS* lt sich die Einstellung berprfen.

  4.4.  Ein erster Test

  Wenn jetzt das Modem angeschlossen ist, zeigt uns die Eingabe von pon,
  ppp-on oder ppp-up (als root natrlich), ob wir alles richtig gemacht
  haben.

  Als Test machen wir hier ein ping auf eine vom Provider angegebene IP
  eines Nameservers:

       root: ping [IP]

  sollte etwas in der Art

       PING 134.99.128.5 (134.99.128.5): 56 data bytes
       64 bytes from 134.99.128.5: icmp_seq=0 ttl=253 time=189.4 ms
       64 bytes from 134.99.128.5: icmp_seq=1 ttl=254 time=180.5 ms
       64 bytes from 134.99.128.5: icmp_seq=2 ttl=254 time=240.1 ms
       64 bytes from 134.99.128.5: icmp_seq=3 ttl=254 time=180.4 ms

       --- 134.99.128.5 ping statistics ---
       4 packets transmitted, 4 packets received, 0% packet loss
       round-trip min/avg/max = 180.4/197.6/240.1 ms

  liefern (Abbruch mit <Strg>+<C>).

  Wenn das nun alles geschafft ist, knnen wir uns an die nchste
  Aufgabe begeben: der Einrichtung des Mailservers.

  5.  Mail

  5.1.  sendmail

  Nach der Installation mssen meist nur noch ein paar nderungen im
  Konfigurationsfile von sendmail vorgenommen werden.

  5.1.1.  /etc/sendmail.cf

  

       0 DeliveryMode=background

  durch

       0 DeliveryMode=deferred

  ersetzen. Hierdurch wird erreicht, da sendmail alle Mails queued und
  erst beim Aufruf mit der Option -q weiterleitet.

  

       # "Smart" relay host (may be null)
       DS

  ndern zu

       DS[Name des Mailservers]

  Die Mails werden jetzt ohne weitere Fragen an [Name des Mailservers]
  bergeben.

    Auerdem noch

       # who I masquerade as (null for no masquerading) (see also $=M)
       DM

  ndern zu

       DM[Domain des Mailservers]

  Die Domain (steht hinter dem @) des Senders auf localhost wird
  abgeschnitten und durch [Domain des Mailservers] ersetzt; die UserID
  des Senders bleibt erhalten. Sollte Der lokale User nicht die gleiche
  UserID haben, wie auf dem Mailserver, mu dies ber Mapping geregelt
  werden. Wie das geht, wird in einer spteren Version erklrt werden.

  5.1.2.  /etc/init.d/sendmail

       /usr/sbin/sendmail -qbd -om

  oder was immer da steht wird gendert zu

       /usr/sbin/sendmail -bd -om

  5.1.3.  Mails abschicken -- wie?

  Nun kann man, sobald eine Verbindung ber ppp besteht, mit

       root: sendmail -q

  alle Mails auf die Reise schicken. Mit

       root: mailq

  ist zu sehen, welche Mails noch warten.

  5.2.  fetchmail

  Nach der Installation von fetchmail mu die Datei /root/.fetchmailrc
  angelegt werden:

       poll [Mailserver] protokoll POP3 user [UserID] password [passwd] is [User2]

  UserID ist die UserID auf dem Mailserver, passwd das dortige Pawort
  und User2 die lokale UserID, welche also nicht mit der auf dem
  Mailserver identisch sein mu (alles in einer Zeile!). Die Post
  abholen kann man dann mit

       fetchmail -a -L /var/log/fetchmail

  Diese Optionen sagen fetchmail, da es alle Mails holen, diese auf dem
  Mailserver lschen und - wenn ntig - ein Logfile fetchmail in
  /var/log anlegen soll.

  6.  News

  Folgende Dateien sind wichtig fr die Arbeit und Konfiguration von inn
  und suck, /etc/hosts, /etc/news/inn.conf, /etc/news/hosts.nntp,
  /etc/news/nnrp.access, /etc/news/newsfeeds, /etc/news/expire.ctl,
  /etc/suck/get-news.conf, /etc/suck/sucknewsrc, /var/lib/news/active

  6.1.  Den User "news"  einrichten

  Dies sollte schon bei der Installation geschehen sein; ansonsten geht
  es wie folgt:

  

        root: useradd -u 9 -g news -d /home/news -s /bin/bash -m news

  Die numerische BenutzerID (hier 9) darf nur einmal vorkommen; deshalb
  sollte man zunchst in der Datei /etc/passwd nachschauen und eventuell
  eine andere auswhlen, die aber kleiner als 99 sein sollte.

    In /etc/aliases folgende Eintrge einfgen:

       bin: root
       news: root
       usenet: root
       newsmaster: root

  damit die Mais, die inn dem newsmaster schickt bei root ankommen.

    Nun sendmail die nderungen noch mitteilen und verarbeiten lassen:

       root: newaliases

  6.2.  Die Konfiguration des inn

  6.2.1.  /etc/news/inn.conf

       organization:   [Firmennahme o..]
       server:         localhost

  6.2.2.  /etc/news/hosts.nntp

  Diese Datei enthlt nur einen einzigen Eintrag

       localhost

  6.2.3.  /etc/news/nnrp.access

       *:: -no- : -no- :!
       (none):ReadPost:::*
       localhost:ReadPost:::*

  6.2.4.  /etc/news/expire.ctl

       /remember/:14
       *:A:4:10:10
       junk:A:1:1:2
       control:A:1:1:2
       *.test:A:1:1:1

  6.2.5.  /etc/news/newsfeeds

       ME:*::
       OVERVIEW!:*:Tc,WO:/usr/lib/news/bin/overchan
       newsserv/[Name des Newsservers]:*:Ap,Tf,Wnm:newsserv

  6.2.6.  /var/lib/news/active

    Da die Datei /var/lib/news/active sehr lang ist, hier ein kurzer
     Ausschnitt:

  control 0000000000 0000000001 y
  junk 0000000000 0000000001 y
  local.general 0000000000 0000000001 y
  local.test 0000000001 0000000002 y
  to 0000000000 0000000001 y
  de.comp.os.linux.x 0000002735 0000001784 y
  de.comp.os.linux.misc 0000014074 0000007994 y
  de.comp.os.linux.networking 0000004226 0000003514 y
  hhu.forum 0000000320 0000000265 y
  hhu.linux 0000000016 0000000016 y
  hhu.modem 0000000087 0000000083 y
  hhu.bibliothek 0000000003 0000000004 y
  de.comp.text.tex 0000002821 0000002428 y
  de.comp.lang.perl 0000001178 0000000947 y
  hhu.wohnheime 0000000135 0000000122 y
  hhu.test 0000000033 0000000034 y
  de.alt.comp.kde 0000000581 0000000211 y

  In active ist der aktuelle Downloadstand der Newsgroups festgehalten.
  Es sollten keine unvorsichtigen nderungen vorgenommen werden, da die
  Syntax sehr empfindlich ist.

    Zunchst einmal mssen wir uns die Datei beim Newsserver besorgen.
     Dazu dient das Program /usr/lib/news/bin/getlist -- so mu man
     vorgehen:

       root: pon
       root: /usr/lib/news/bin/getlist -h newsserv active > /var/lib/news/active.raw

    Jetzt setzen wir die Artikelnummern auf den Wert Null:

       root: cd /var/lib/news
       root: sed 's/ [0-9* [0-9] / 0000000000 0000000001 /' active.raw > active

    Nun schauen wir noch nach, ob die folgenden drei Eintrge vorhanden
     sind:

       to 0000000000 0000000001 y
       junk 0000000000 0000000001 y
       control 0000000000 0000000001 y

    Als letztes noch den Besitzer und die Rechte setzen:

       root: chown news.news active
       root: chmod 644 active

  6.2.7.  Der letzte Schliff

    Da der inn Zugang zum Verzeichnis /var/run bentigt:

       root: chown root.root /var/run

    Nun noch unter /var/spool/news nach den folgenden Verzeichnissen
     suchen: in.coming, news.archive, out.going und over.view. Sollte
     sie nicht vorhande sein, so mu man sie erzeugen:

       root: su news -c "mkdir ..."

    Jetzt noch ein paar Dateien zuweisen:

       root: chwon -R news.news /usr/lib/news*
       root: chwon -R news.news /var/lib/news*
       root: chwon -R news.news /var/spool/news*

    Als vorletzte Manahme:

       root: su news -c /usr/lib/news/bin/makehistory -o"
       root: su news -c "/usr/lib/news/bin/news.daily"

    Als Allerletztes: In /etc/inetd.conf mu unbeding die folgende
     Zeile mit einem "Hash" # auskommentiert werden:

       nntp  strem  tcp   nowait  root  /usr/sbin/tcpd  in.nntpd

  6.2.8.  The moment of truth

  SPANNUNG! Ob es wohl funktioniert? Ein erster Test kann lokal auf dem
  eigenen Rechner durchgefhrt werden:

       root:  /usr/lob/news/bin/rc.news

  Es sollte erscheinen:

       Starting innd

  Dann kommt:

       root: telnet localhost 119
       Trying 127.0.0.1....
       Connected to localhost
       Escape charakter is ']'
       200 EigenerRechner InterNetNews NNRP server INN Version Datum ready (posting ok).

  Kein Prompt.  Mit quit geht's wieder zum gewohnten Prompt!

  Wenn das geklappt hat: HERZLICHEN GLCKWUNSCH! Die Wahrscheinlichkeit,
  da der inn auch sonst richtig arbeitet ist sehr hoch.

  Sollte es nicht funktioniert haben: Herzliches Beileid, denn jetzt
  heit es Fehlersuche: Nachschauen, ob root eine Mail bekommen hat, die
  Konfiguration nachprfen (v.a. Besitzer und Rechte kontrollieren);
  sehr hilfreich kann auch ein Aufruf von /usr/lib/news/bin/inncheck
  sein.

  6.2.9.  Den inn(d) dauerhaft einrichten

  Damit der inn bzw. sein Dmon (innd) beim Hochfahren des Rechners
  gestartet werden, mu bei den meisten Distributionen nichts mehr
  eingerichtet werden. Andernfalls kann man, je nach Distribution,
  entweder in /etc/rc.d/rc.local folgenden Abschnitt einfgen:

       # start inn
       if [ -x /usr/lib/news/bin/rc.news ] then
          /bin/sh /usr/lib/news/bin/rc.news
       fi

  oder man erzeugt in /etc/rc.boot ein File mit Namen inn, welches den
  oben gezeigten Inhalt hat. Ein korrekterer Weg wre jedoch, in
  /etc/rc2.d einen Link names S50inn auf /etc/init.d/inn zu setzen, das
  folgenden Inhalt hat;

  #!/bin/sh
  # Start/stop the news server.

  test -f /usr/sbin/innd || exit 0

  case "$1" in
  start)
          echo "Starting news server: innd"
          start-stop-daemon --quiet --start --user root \
                  --pidfile /var/run/innd/innd.pid --startas /etc/news/boot |
                  sed -e '/Starting innd./d' -e 's/^/innd: boot: /' &
          sleep 2
          ;;
  stop)
          echo "Stopping news server: innd"
          if [ -f /var/run/innd/innwatch.pid ]
          then
                  start-stop-daemon --quiet --stop \
                          --pidfile /var/run/innd/innwatch.pid
          fi
          start-stop-daemon --quiet --stop \
                  --pidfile /var/run/innd/innd.pid --exec /usr/sbin/innd
          ;;
  *)      echo "Usage: /etc/init.d/inn start|stop"; exit 1 ;;
  esac

  exit 0

  rc2.d gilt fr den Runlevel 2; wenn das System auch in anderen Run
  leveln luft (z.B. Runlevel 3 bei Einsatz des xdm), so mu auch im
  entsprechenden rc[n].d ein Link S20inn vorhanden sein. Sicherheitshal
  ber sollte man dies jedem Runlevel zuordnen. Eine Aunahme stellen
  jedoch die (meist als solche verwendeten) Runlevel 0 (halt), 1 (Sin
  gle-User) und 6 (reboot) dar; hier lautet der Link K50inn, hat aber
  das gleiche Ziel. Zur Behandlung der Runlevel sollte unbedingt die
  Dokumentation der jeweiligen Distribution beachtet werden!

  6.2.10.  Die regelmigen Arbeiten

  Damit die News, welche auf den Rechner geschaufelt und hier
  geschrieben werden, einer regelmigen Wartung unterzogen werden,
  engagieren wir einen kleinen Helfer, der diese Arbeiten erledigt. Wann
  er was machen soll, wird in /etc/crontab festgelegt.

    Hier als Beispiel meine crontab:

       # /etc/crontab

       SHELL=/bin/sh
       PATH=/usr/local/sbin:/usr/local/bin:/sbin:/bin:/usr/sbin:/usr/bin

       # m h dom mon dow user  command
       42 12   * * *   root    run-parts /etc/cron.daily
       47 12   * * 7   root    run-parts /etc/cron.weekly
       52 12   1 * *   root    run-parts /etc/cron.monthly

    In /etc/cron.daily findet man die Scripts, die tglich ausgefhrt
     werden sollen. Fr inn steht dann in /etc/cron.daily/inn:
       #!/bin/sh

       su news -c /usr/lib/news/bin/news.daily

  6.3.  suck

  6.3.1.  Wichtige Dateien

  Zu beachten sind hier: /etc/suck/get-news.conf, /etc/suck/sucknewsrc

  6.3.2.  /etc/suck/get-news.conf

       server: localhost
       remoteserver: [Newsserver]
       outgoingfile: newsserv
       #userid:
       #password:
       sedcmd: /^NNTP-Posting-Host:\|^Xref:/d

  6.3.3.  /etc/suck/sucknewsrc

       #comp.os.linux.announce -1
       #comp.security.announce -1
       #gnu.announce -1
       #news.announce.newusers -1
       #news.newusers.questions -1
       de.comp.os.linux.x 16314
       de.comp.os.linux.misc 67222
       de.comp.os.linux.networking 25000
       hhu.forum 4588
       hhu.linux 225
       hhu.modem 2160
       hhu.bibliothek 130
       #hhu.test 1383
       de.comp.text.tex 13466
       de.comp.lang.perl 6338
       hhu.wohnheime 278
       de.alt.comp.kde 653

  Hier wird suck mitgeteilt, welche Gruppen es holen soll. Bei der
  ersten Einrichtung einer Gruppe gibt man als Zahl z.B. -20 an. Das
  bedeutet, suck soll die von diesem Zeitpunkt an 20 neuesten
  Nachrichten der Gruppe holen. Der Wert wird dann bei jedem Polling
  aktualisiert.  Der entsprechende Befehl lautet

       root: get-news

  Dies wiederum ist ein Link auf /usr/sbin/get-news.inn. suck bernimmt
  dann sowohl das Saugen neuer News und das Posten der Artikel, die
  lokal verfasst wurden. Dabei werden aber nur Artikel an Newsserver
  weitergeleitet, die nicht von ihm stammen.

  7.  Nach der Arbeit sollst Du ruhen

  Also: Ein paar Mails schreiben (z.B. mit pine), die aktuellen News
  lesen (z.B. mit tin).

  Damit, nachdem die anstrengende Arbeit vollendet ist, in Zukunft
  mglichst selten Hand angelegt werden mu, knnen die Vorgnge des
  Mails-/Newsholens/-schickens in /etc/ppp/ip-up erledigt werden.

  7.1.  /etc/ppp/ip-up

  Nochmals zur Erinnerung: Dieses Script wird ausgefhrt, wenn die ppp-
  Verbindung hergestellt ist. Als Beispiel meine ip-up:

       PATH=/usr/local/sbin:/usr/sbin:/sbin:/usr/local/bin:/usr/bin:/bin
       export PATH

       cat /usr/lib/sounds/doorbell.au > /dev/audio
       echo > /dev/xconsole
       echo > /dev/xconsole
       echo "Verbindung hergestellt" > /dev/xconsole
       echo "lokale IP: $4        entfernte IP: $5" > /dev/xconsole
       #echo "Geschwindigkeit $3" > /dev/xconsole
       echo > /dev/xconsole
       echo "Post holen ..." > /dev/xconsole
       fetchmail -a -L /var/log/fetchmail
       echo > /dev/xconsole
       echo "Post schicken ..." > /dev/xconsole
       sendmail -q
       echo > /dev/xconsole
       echo "... news holen ..."  > /dev/xconsole
       get-news
       echo > /dev/xconsole
       echo "... fertig"  > /dev/xconsole
       echo > /dev/xconsole

  Die xconsole starte ich mit

       xconsole -geometry 480x130-0-0 -daemon -notify -verbose -fn fixed \
       -exitOnFail -file /dev/xconsole

  DAS WARS! VIEL SPASS!

